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Eröffnung der Ausstellung "Geschöpfe und Schöpfungen"

Ausstellungsgebäude

 Info zur Ausstellung "Geschöpfe und Schöpfungen" von Hein Schmid

Dass Hein Schmid ein Freund der Wortspielereien ist, hatte er bereits zuletzt auf einer großen Einzelausstellung in Regensburg in der MedBO-Galerie "PIArt" mit dem Titel "Wesen & Unwesen" gezeigt und setzt dies nun im Freilandmuseum Oberpfalz mit "Geschöpfe & Schöpfungen" fort. Die Sonderausstellung wird am 24. Juli eröffnet und bis 8. November im Obergeschoss des Ausstellungsgebäudes gezeigt.

Der Künstler, der sich gerne als "der Insektograf" bezeichnet, kann auf eine Vielzahl von Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen in seiner Heimatstadt Regensburg, seiner Geburtsstadt Neustadt (Donau), sowie in München, Hamburg, Berlin, Kallmünz, Aichach, Erding und Beratshausen zurückblicken. Unter anderem war er  im Naturkundemuseum Ostbayern Regensburg, im Botanischen Garten in München und im Deutschen Bienenmuseum in Weimar jeweils in  großen Einnzelausstellungen zu sehen. Er dürfte somit so manchem Naturfreund ein Begriff sein. Nicht zuletzt gab es verschiedene Veröffentlichungen in Zeitschriften, Fachbüchern und -magazinen, sowie einen kleinen Fernsehbeitrag im Bayerischen Rundfunk. Der Bezirk Oberpfalz hat eine seiner Zeichnungen angekauft.

Nicht zu übersehen ist seine Liebe zur Natur. So zeigt er in seinen fotorealistischen,  detailreichen Zeichnungen sehr häufig Insekten, Spinnen, Asseln, Schnecken und andere Krabbeltiere. Gerade die Unbeliebten, die Außenseiter, die Schwachen werden in den Fokus gerückt und erhalten so unsere Aufmerksamkeit, ja sie erhalten geradezu eine Persönlichkeit.  Dem Betrachter werden die Augen geöffnet für die Schönheit dieser unscheinbaren und  doch geheimnisvollen und faszinierenden Wesen. Zuletzt haben sich auch einige Pflanzen, hauptsächlich Bäume als Motive eingeschlichen. Dies zusammen wären also seine Geschöpfe.

Dem gegenüber stellt der Autodidakt nun Schöpfungen, also unbelebte Gegenstände,  aus denen ihr Schöpfer durch Veränderung etwas mehr oder minder Brauchbares erschaffen hat. Hier geht es munter drauflos: zu sehen sind verschiedenste Türen, Kirchenportale, landwirtschaftliche Geräte oder Ruinen alter Bauwerke. Er verbindet schließlich beides durch seinen eigenen, sehr präzisen Stil. Kennzeichnend ist der illustrative Charakter seiner Werke. Wir sehen kleinformatige dynamische Zeichnungen, die überwiegend mit Bleistift, manchmal auch mit etwas weißer Pastellkreide oder Buntstiften sowie verdünnter Tusche entstanden sind. Oftmals werden gezielt  Motive einander gegenübergestellt oder verschiedene Ansichten eines Wesens  oder einer Schöpfung auf einer einzelnen Arbeit gezeigt.

Die Vorlagen macht Hein Schmid quasi nebenbei mit dem Handy, was dann auch die Auswahl der Motive erklärt. Selten sind exotische Tiere zu sehen, heimische dafür um so öfter. Da kann es auch schon mal sein, daß man den Künstler auf einer Wiese umherschleichend antrifft, auf der Suche nach einem Grashüpfer. Großen Spaß hat der Zeichner außerdem an seinen "schlauen, dummen Sprüchen" wie: "Der Zeichner der hod ollawei - an Druckminenbleistift dabei." - "Schwarz geht immer noch schwärzer." oder "Wenn ma kennd, dassas konnst, kunntmma redn, obs Kunst sei kannt."

Als Besonderheiten seien noch die "Insekten in Lebensgröße" erwähnt, welche unter einer Lichtlupe geschaffen wurden, sowie Zeichnungen mit Bleistift auf schwarzem Untergrund, welche ihre Wirkung erst entfalten, wenn sie mit einer Taschenlampe angeleuchtet werden. Ferner fällt die Zeichnung einer Hauswinkelspinne auf, deren Beine über das Passepartout bis auf den Rahmen hinausgehen, was schon so manchen Besucher mit Widerwillen Spinnen gegenüber zum Gruseln gebracht hat, weil sie so echt wirkt.

Hein Schmid kann am 21. Juni und am 27. September live beim Zeichnen seiner realistischen Bilder beobachtet werden. Er fertig am Mühlenteich im Freilandmuseum neue Zeichnungen an. 

Das Bild zeigt das Werk "gemeiner Grashüpfer" aus dem Jahr 2021.